Tagebuch-Eintrag

21.06.09 23:14 Alter: 3 yrs

41. Woche: Las Hogueras de Alicante

Von: Desastre

Pünktlich zu den Hogueras in Alicante fing auch für mich der große Countdown an, denn bereits 10 Tage später sollte ich der Costa Blanca für unbestimmte Zeit den Rücken zukehren. Also hieß es die letzten Tage noch einmal richtig ausnutzen - vor allem das traumhafte Wetter:

 

... noch 10 Tage: In den letzten Tagen hatte ich mir ein eigenes Strandgehprozedere angeeignet. Um 14 Uhr aus dem Haus, dann zum Mercadona Mineralwasser mit Kohlensäure kaufen, weiter zum Kiosk wegen einer FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) oder SZ (Süddeutsche Zeitung). Um halb 3 war ich dann immer am Strand wo ich so lange blieb, bis ich die Zeitung durchhatte. Mögen andere Stundengläser oder Uhren haben, die 'lesende Zeitmessung' erwies sich für mich am angenehmsten.

 

... noch 9: Ich hatte Alex und Chris (Studienkollegen aus Wien) mal versprochen, eine Paella zu kochen. Am Dienstag löste ich das Versprechen mit einer 'Paella marisco' ein. Als Vorspeise gab es noch eine Tomaten-Rotwein-Suppe, die vor allem Maren schmeckten, denn bereits am nächsten Tag fragte sie mich schon nach dem Rezept. Anschließend gingen wir noch ins Mulligans, wo Toomas seinen letzten Abend in Alicante feierte.

 

... 8: Den Vormittag verbrachte ich mit dem Entwerfen eines Plakates. Da anscheinend das Preis-Leistungs-Verhältnis bei meinem letzten Plakatentwurf stimmte (gute Leistung zum Nulltarif), wurde ich vom Arbeitskreis beauftragt auch für die Generalversammlung und den Ball ein Plakat samt Einladung zu entwerfen. Den Nachmittag verbrachte ich dann wieder am Strand.

 

...7: Von den Fallas wusste ich ja, wie laut eine Mascleta (bis zu 122 Dezibel) sein kann, aber ich wusste nicht, dass auch in der Nacht mehr wert auf Lärm als auf Aussehen gelegt wird. Ansonsten hätte ich mich nicht direkt am Plaza de Luceros positioniert, sondern das Spektakel von einer ohrenfreundlicheren Position aus angeschaut.

 

...6: Nachdem ich die letzten 5 Tage in Folge immer am gleichen Kiosk eine FAZ oder SZ kaufte, hat der Besitzer angefangen ein Exemplar mehr zu bestellen. Dadurch konnte ich wenigestens für kurze Zeit der Stadt meinen Stempel aufdrücken und nicht nur umgekehrt.

 

...5: Zu den Hogueras ist die Stadt zum Bersten voll. In den Hostels sollte man am besten schon ein Vierteljahr (wenn nicht ein Halbjahr) vorher gebucht haben oder Kollegen in der Stadt haben. Allein in meiner Wohnung waren in der Woche 7 Personen - bei 4 Zimmern. Judith und ihre Freundin Mareen kamen am Samstag aus Barcelona an. Zudem hatte meine Vermieterin zwei italienische Freunde ihrer Tochter bei uns einquartiert. Komplettiert wurde die Runde dann noch durch Hiroki (mein neuer japanisch-amerikanisch-spanischer Mitbewohner) und seiner Freundin.

 

...4: Riesenfiguren scheinen ein beliebtes Thema für Volksfeste zu sein. Ich dachte bisher, dass der Samson in Murau und im Lungau ein Unikum wäre, aber auch hier in Spanien gibt es solche Figuren. Begleitet wurden sie dabei von 'cabezudos' (Riesenköpfen). Im Anschluss schauten (in dem Fall eher hörten) wir uns noch eine Tagesmascleta an. Diesmal jedoch von einer gesundheitsverträglicheren Position, nämlich vom Aufgang zum Castillo San Fernando.

 

Zu den Fotos: (1) Die Nachtmascleta taucht den Plaza de Luceros in feuerrot. (2) Alex (links) und ich bei der Abschiedsfeier von Toomas (mitte) (3) Umzug der Riesen und Großköpfe auf der 'Alfonso el Sabio', die mich an die Samsonumzüge in Murau erinnerten. (4) Judith vor einer Hoguera der Kategorie 'especial' am 'mercado central'.


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