Tagebuch-Eintrag
45. Woche: War's das?
Noch lange nicht! Die Zeit in Spanien mag zwar vorüber sein, aber unsere Reise geht (vorerst einmal) weiter. Jedoch mussten wir nach den Tagen, eigentlich sogar schon Wochen, die wir unterwegs waren, erst mal eine Pause einlegen. Immerhin hatten wir schon mehr als 4.000 km in den Beinen (Alicante-Barcelona-Santiago-Rom-Rimini). Deswegen war die Woche in Rimini stark geprägt vom Nichtstun ? zumindest vom besichtigungstechnischen Standpunkt. Außerdem wäre eh nicht viel mit Besichtigung gewesen, denn bei Judith hatten die Reisestrapazen ihre Spuren hinterlassen und sie lag mal zwei Tage mit leichten Fieber im Bett.
Die meiste Zeit verbrachten wir dann am Strand, der für mich ein krasser Gegensatz zu den Stränden von Alicante oder San Juan war. Obzwar die Strände der Costa Blanca wunderschön sind und wurden sie (noch) nicht so massentouristisch erschlossen wie der Strand bei Rimini. Über 20 Reihen von Liegen und Strandbad über Strandbad kannte ich bisher nur aus Büchern oder vom Hörensagen. In diesem Meer aus Strandliegen, Menschen und Straßenverkäufern kann man sich schon mal verloren fühlen.
Aber eine gute Seite hatten die vielen (Strand-)Verkäufer ? die angebotenen Sachen. Das Reisen durch Spanien hatte eines offenbart: Ich brauchte eine eigene Umhängetasche. Wenn Judith und ich durch Spaniens Städte tourten, nahm sie immer eine Umhängetasche mit. Wenn wir dann länger zu Fuß unterwegs waren, gab sie mir dann irgendwann mal ihre Tasche weiter (vielleicht hätte ich nicht immer so schwere Bücher in ihre Tasche stecken sollen). Eigentlich war es eine Tasche für Frauen, aber durch die dezente Farbgebung (grün) konnte ich sie ohne Gesichtsverlust tragen. Auf jedenfalls nahm sich Judiths Schwester ein Herz und schenkte mir eine eigene Umhängtasche (@Saskia: Danke noch Mal. Die Tasche hat mir bereits gute Dienste geleistet)
Im Sand von Rimini verlief sich auch meine Karriere als Baumeister für kastillische Festungen. Von Judiths Nichten wurde ich immer gefragt, ob ich denn nicht mit ihnen Sandburgen bauen wolle. Nach den zahlreichen Besichtigungen von Schlössern und Burgen in der Meseta sah ich mich mit genügend geistigen Rüstzeug gewappnet, um am Strand ein kleines Neu-Kastilien auferstehen zu lassen. Jedoch musste ich meine Ambitionen bereits nach den ersten zwei kläglichen Versuchen sprichwörtlich (und wirklich) begraben.
Kulinarisch wurden wir ja meist im Hotel verwöhnt, aber an einem Abend luden uns Judiths Eltern in ein Restaurant ein. Genauer gesagt: in ein Restaurant für Fischgerichte. Bislang gehörte diese Art von Speisen zur terra incognita meiner kulinarischen Erfahrungen. Deswegen musste ich bei den meisten Dingen nachfragen, wie man die denn jetzt genau isst. Vor allem die Austern bereiteten mir da so einige Probleme.
Die restlichen Tage der Woche verbrachte ich dann meist lesend im Sonnenstuhl. Vormittags Zeitung und nachmittags Bücher. Manchmal raffte ich mich auch wieder auf, Spanisch zu lernen ? obwohl mein Spanisch in Italien eher selten zur Anwendung kam.
Zu den Fotos: (1), (2), (3) und (4) Judith und ich am Strand vom Rimini.



